„Defibrillator für Oelsa „– eine Herzensangelegenheit des Feuerwehrvereins Oelsa e.V. und vom Dorfleben Oelsa e.V.
Bei einem Notruf, auch bei einem Verdacht auf Herzstillstand, benötigt der Rettungsdienst im Durchschnitt 8-10 Minuten oder länger für die Anfahrt bis zum Patienten.
Das sind Minuten, die nicht nur über Leben oder Tod, sondern bei Überleben auch entscheiden, mit welchen gesundheitlichen Konsequenzen der Patient von nun an konfrontiert ist.
Hier setzte die Initiative des Feuerwehrvereins Oelsa gemeinsam mit dem Dorfleben Oelsa an:
Bei der Reaktion der Rettungsleitstelle auf den Notruf werden parallel zum Rettungsdienst auch bis zu 4 ausgebildete Ersthelfer, welche sich zum Zeitpunkt in der Nähe des Notfallortes befinden, über die ,,LEBENSRETTER" -App alarmiert. Befinden sich die registrierten Ersthelfer bereits in unmittelbarer Nähe, können sie die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit einer lebensrettenden Herz-Lungen-Wiederbelebung überbrücken - insbesondere mit dem so wichtigen Einsatz eines AED (Automatisierter Externer Defibrillator). Jede Minute zählt, denn statistisch verringert sich die Überlebenswahrscheinlichkeit mit jeder Minute „Nichts-tun“ um 10%!
Unser für jeden Bürger frei zugänglicher Defibrillator kann genau in diesen entscheidenden Momenten den Unterschied machen. Und er ist deshalb frei zugänglich, weil JEDER Ersthelfer und Lebensretter sein kann. Nach dem Motto „Prüfen – Rufen – Drücken“ (Atmung überprüfen – 112 anrufen – und bei nicht vorhandener Atmung eine Herzdruckmassage durchführen) kann jeder einen entscheidenden Beitrag in der sogenannten Rettungskette bilden und zum möglichen Überleben des Patienten beitragen. Man muss sich nur trauen und die Erste-Hilfe-Anweisungen der Mitarbeiter in der Rettungsleitstelle und die Sprachanweisungen des eventuell zusätzlich zur Verfügung stehenden AED‘s in einer solchen Ausnahmesituation helfen zusätzlich.
„Gedanken erschaffen Realität“ – es verbanden sich einzelne Ideen durch Kommunikation zu einer realen Aktion. So starteten die Mitglieder des Feuerwehrvereins Oelsa e.V. eine gemeinsame Spenden-Aktion. Doch was sich in der Realität und der dadurch möglich gewordenen Umsetzung und Realisierung dieses Projektes widerspiegelte, hat alle Initiatoren überrascht und begeistert!
Im November 2024 stellte der Kamerad Torsten Anger gemeinsam mit Heiko Knick (Leiter einer Rettungswache der Malteser in Dresden Pieschen) erstmals die Lebensretter-App bei den Kameraden im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Oelsa vor.
In der darauffolgenden Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr und des Feuerwehrvereins Oelsa e.V. entstand die Idee, die noch in der gleichen Sitzung zum Beschluss wurde: Start der Spendenaktion "Defibrillator für Oelsa".
Zum Maibaumsetzen am 30.04.2025 wurde öffentlich der Start der Spendenaktion mit einem vorher eingerichteten "Gofundme" Spendenkonto bekanntgegeben – mit beeindruckender Resonanz und sofortiger Einzahlung von Spenden. Des Weiteren wurde die Spendenaktion mit Aushängen und „Mund zu Mund“ Propaganda beworben.
Zum „Pyramidenanschieben“ 2025 wurde in Oelsa eine Holzeule aus Blockhausen (mitgebracht vom Vereinsausflug 2025) durch den Ortsvorsteher André Pretzschner versteigert, was überraschend einen Erlös von 500,00€ einbrachte.
Durch die Idee der Mitarbeiter des „Nahkauf“ Oelsa konnte mit der Aufstellung einer Spendenbox an der Leergutannahme, durch das Sammeln von Leergut-Quittungen, weitere ca. 400,00 € Spenden gesammelt werden.
Während der Zeit der Spendenaktion begann die Ausbildung der "Lebensretter" so, dass ein einsatzfähiges Team bereits Anfang 2026 bereitstand. Ab Mai 2026 wurden die baulichen Voraussetzungen des Defibrillator-Aufbewahrungsschrankes und dessen Ausstattung mit Halterungen, Heizung und Kühlung für die sachgerechte Aufbewahrung und einem eigens angefertigten Logo in der Fassade der Freiwilligen Feuerwehr Oelsa geschaffen.
Am 07.Juni 2026 war es so weit, zum „Tag der offenen Tür“ der Freiwilligen Feuerwehr Oelsa konnte der AED offiziell in Dienst genommen und ein großer Teil der „Mannschaft der Lebensretter“ aus Oelsa vorgestellt werden. Dazu wurde auch die „Lebensretter App" mit einer öffentlichen Präsentation erneut vorgestellt.
In nur rund einem Jahr konnte die anvisierte Summe zur Anschaffung, Installation und zukünftigen Wartungen in Höhe von 4.000,00 € durch Spendengelder, freiwillige Arbeits- und Montageleistungen, sowie bereitgestellten Sachwerten (wie Gehäuse und Geräteteile) zusammengetragen werden.
Die Spendenaktion startete mit einer nicht zu erwartenden Dynamik, für die wir uns bei allen beteiligten Unterstützern, Spendern (ob finanziell oder in Sachwerten), Organisatoren und allen aktiven Mitgliedern der „Lebensretter“ bedanken möchten.
Die Entschlossenheit, dieses Projekt zum Erfolg zu führen, ist beeindruckend und hat viele Menschen wieder ein Stück nähergebracht.
Sollte der Defibrillator irgendwann einmal zum Einsatz kommen und einem Mitmenschen das Leben retten, oder ihn vor schweren Folgeschäden bewahren, dann haben alle Beteiligten der Aktion „Defibrillator für Oelsa“ einen guten Grund sich lachend in die Hände zu klatschen!
Jörg Donat
Vorsitzender Feuerwehrverein Oelsa e.V.
P.S. Gute Ideen brauchen oft Zeit um zu reifen, aber wenn es soweit ist: „Nur Mut und immer raus damit“ ......
Video der Lebensretter in der Region Bannewitz - Oelsa - Seifersdorf

Video folgt noch!
Das Team Lebensretter Oelsa

